Freitag, 16. September 2011

Einer der schlimmsten Tage im Leben...

...ist definitiv heute. Ich schäme mich selber über meine Pseudo-Traurigkeiten, die mir einige Tage im Leben vermiest haben. Heute früh hat mir das Leben mitten in die Fresse geschlagen und ich habe mir vor Augen geführt, was das Wort Leben und was Leben eigentlich bedeutet.
Ich habe heute früh von einem guten Freund, er ist erst 22 Jahre alt, erfahren dass er Lungenkrebs hat und er schon gestreut hat, also der Krebs. Ich bin immer noch unter Schock, habe auch schon sehr viel geweint. Die Ärzte meinten, dass er nur noch 3-6 Monate zu leben hat. Ich hab ihm gesagt, dass er mich nicht verarschen soll. Aber er meinte dass wirklich ernst. Er will es seinen Eltern nicht sagen. Sein Vater erkrankte erst letztes Jahr an Lungenkrebs. Seine Mutter wohnt in Norwegen. Er hat gesagt dass er demnächst nach Norwegen möchte, um dort zu sterben. Er ist erst 22. Ich begreif es nicht. Meine Mutter hat mir heute früh erst zwei Beruhigungstabletten gegeben, damit ich einigermaßen schlafen kann und nicht mehr heulen muss. 
Ich möchte was tun für ihn, irgendwas, damit er weiter leben kann. Ich hab zu ihm gesagt dass er bestimmt noch 70 oder 80 wird, mindestens. Er soll bloß die Hoffnung nicht aufgeben. Aber ich denke das hat er schon.
Als er mir dass erzählt hatte, saß er ganz gefasst dort. Er hat keine Träne verloren. 
Aber was mir definitiv klar geworden ist: Wir Menschen können so viel in unserem Leben ändern, wenn wir es denn auch nur wollen und was dafür etwas tun. Wir wissen es, doch es sind nur Worte. So war es jedenfalls bei mir so. Schon traurig genug, dass so etwas schlimmes passieren muss, damit mir sowas klar wird. Ich habe mir auch fest vorgenommen, mit dem rauchen aufzuhören. Und wenn ich 10 KG zunehme, scheiss drauf. Ich will nicht an Krebs sterben. Niemals. Aber dafür muss auch was getan werden.

Kommentare:

  1. Oh je, total traurig, ist er denn Raucher? Bin froh das ich nicht rauche und nie geraucht habe aber es kann uns jeden von uns treffen, hat er denn keine Anzeichen gehabt? LG und Kopf hoch!!

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  2. Ja ist er. Er hat eine gewisse Zeit auch sehr viel Alkohol jeden Tag konsumiert. Aber ich denke nicht, dass es am rauchen liegen wird, sondern eher 'vererbung'. Denn mit 22 Lungenkrebs zu bekommen alleine durch das rauchen funktioniert meienr Meinung nach nicht, es sei denn er hat mit 2 jeden Tag 3-4 Schachteln geraucht.

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  3. Ohje, ja stimmt Vererbung ist hier in dem Fall wohl eher der Fall, sorry das tut mit leid! Habe auch schon öfters gelesen das ein Tumor circa 10 Jahre braucht um zu wachsen. LG

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  4. Oh nein :( das tut mir sehr sehr leid zu hören *drück*

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  5. :( das schlimme ist einfach, dass man nichts machen kann.

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  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  7. ohh nein, das ist echt hart :((( du schaffst das schon

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  8. weiß garnicht was ich schreiben soll.. möchte aber nicht so die Seite verlassen. Das Leben ist manchmal so megahart.. und man versteht so vieles nicht... ich wünsche euch allen viel Kraft für die kommende Zeit...

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  9. Hey
    habe so eine ähnliche Geschichte erlebt!
    Vor 3 Jahren hat mein damaliger Freund erfahren, dass er Hautkrebs hat, der ebenfalls schon gestreut hatte, mit Metastasen, die nicht operativ entfernbar waren in der Lunge!!!
    Er hat von den Ärzten eine Chance von 2-12 Monaten bekommen.
    Er bekam dann eine Chemo- und Strahlentherapie und seine Verfassung wurde immer Schlimmer. Er nahm drastisch ab, wurde lethargisch usw.
    9 Monate nach der Diagnose starb er dann mit 23 Jahren.

    Inzwischen sage ich mir, dass es besser für ihn war. Ich vermisse ihn immer noch sehr und bin traurig über all die Dinge die er noch in seinem Leben machen wollte.

    Solche Geschichten sind immer sehr traurig, vorallem für die Menschen die zurück bleiben. Bei meinem Freund war das einzig schöne an der Sache, dass seine Familie und Freund durch die Tragödie viel enger zusammen rückten!

    Liebe Grüße

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  10. Sowas verbindet aufjedenfall. Hab das vorhin meinem Bruder erzählt, er kennt meinen kumpel auch ein wenig. Sogar mein Bruder hat geweint. Er weint so gut wie nie. Hab in den letzten zwei Tagen wirklich enorm viel geweint. Man weiß einfach nicht, was man machen soll.

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  11. oh nein :( das schlimmste an Krebs ist, dass ich das Gefühl habe, dass es immer die "guten" trifft. Und in dem Alter ist es noch tausend mal schlimmer, wie soll man da schon ein komplettes Leben vollzogen haben?
    manchmal ist das Leben einfach unfassbar. Und du hast recht, das schlimmste ist, dass man als außenstehender nichts dagegen tun kann.
    ich wünsche dir viel Kraft! Und dass du einfach noch so viel Zeit mit deinem Kumpel verbringen kannst, wie es nur geht.

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  12. Dann heul!!Das hilft zwar nicht gegen die Hilflosigkeit aber es befreit! Mich hat das jedenfalls immer sehr befreit. Auch heute noch weine ich gerne um ihn!!

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